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figurationen 02/2026: Szenen der Fürsprache

Gasteditorin: Cornelia Wild

Wer spricht für Subalterne, Kinder, Frauen, Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, Tiere, Pflanzen, Flüsse? Das Sprechen für Andere ist ein Sprechen für diejenigen, deren Stimmen nicht oder nur unzureichend gehört und repräsentiert werden. Dabei läuft einerseits das Fürsprechen als stellvertretendes oder advokatorisches Sprechen Gefahr, die Stimme des Anderen zu verdecken, andererseits eröffnet Fürsprechen eine Dimension des Auftretens, Hervortretens, Erscheinens und somit der Darstellung. Durch das Für-andere-Sprechen werden die Stimmen anderer nicht nur vertreten oder verteidigt, sondern auch inszeniert, vorgeführt und somit sichtbar: Wer spricht? Wer spricht nicht? Und was sind die Inszenierungsformen dieses Sprechens oder Nicht-Sprechens?

Cornelia Wild ist Professorin für Romanische Literatur-und Kulturwissenschaft, insbesondere Theorie und Ästhetik, an der Universität Siegen.

Die Beiträge von Bettine Menke, Nacim Ghanbari, Ulrich v. Loyen,
Laura Münkler, Rüdiger Campe und Cornelia Wild bestimmen in exemplarischer Weise anhand konkreter Szenen die sprachliche, rhetorische, und rechtliche Verfasstheit von Repräsentation als Schauplatz des Fürsprechens, der unlösbar mit Aneignungsprozessen und Exklusionen verbunden ist. 

Die vorgestellte künstlerische Video-Arbeit von Erika Tan A Presentation by Proxy wirft Fragen von Stellvertretung, Stimme, Archiv und Kolonialismus auf. 


figurationen 01/2027: Veracity

Gastedition: Christiane Frey, David Martyn