Zum Lachen in den Keller

Die Heimbar als Heterotopie

Sebastian Vehlken
Ich wollte gestern Rasen mäh’n, doch das Wetter war nicht schön.
Da ließ ich es doch lieber sein, und ging bei uns in den Gewölbe-
keller rein. 
Ich sah den Schrank, die Frau nicht da, mit schnellen Füßchen an die Bar, 
und goß’ mit schon klebrigen Fingerlein ein kleines Gläschen Schnaps mir ein.
Allein in der Bar, die Frau ist nicht da. Ich darf allein in die Bar. 
Ohne Aufsicht. 
Alleine in der Bar, Frau ist nicht da. Ich darf tun und lassen was ich will, 
in der eigenen Kellerbar. Hoffentlich kommt die jetzt nicht sofort.[1]

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich nach dem Betreten westdeutscher Kellertreppen ähnliche private Ungründe und Abgründe auftun wie in jenen österreichischen souterrains, die Ulrich Seidl unlängst filmisch porträtierte.[2] Die Suche nach Zerstreuung in nicht alltäglichen Taten und Dingen, die den Augen der Allgemeinheit und den Blicken aufmerksamer Nachbarn durch den Entzug von Fenstern per Umzug unter die Erdoberfläche vorenthalten werden, kann man sich in Wuppertal-Oberbarmen ebenso gut vorstellen wie in Plank am Kamp. Was Seidl im Keller findet, nämlich das zutiefst Banale des vermeintlich Nicht-Alltäglichen im Leben „kurioser Kleinbürger“[3], bevölkert als auch architektonisch installiertes Unbewusstes wohl jede typische Reihenhaussiedlung.

Bei Seidl wird klar, dass es gerade auch für die klandestin inszenierten privaten Hobbyismen ausgeprägter Regeln bedarf – sei es die Choreographie sadomasochistischer Rituale, die penible Ordnung der Jagdwaffen im Wandschrank, oder das Arrangement jener vieldiskutierten Sequenz eines Kellerraums voll mit Nazi-Devotionalien, in dem sich unter anderem zwei ÖVP-Kommunalpolitiker munter zuprosten. Die zwischen Biederkeit und Extremismus siedelnden Beschäftigungen in Seidls Film benötigen einen Schutzraum, einenshelter. Diesen stellt der Eigenheimkeller als paradoxale Idealform noch weit besser bereit als die demselben Dispositiv zuzuordnende Kleingartenumfriedung und ihre auf Überkopfhöhe getrimmten, immergrünen Ligusterhecken bzw. spaltlosen Lattenzäune ,Korfu‘.[4] In ihren abgründigsten Auswüchsen können die dort inszenierten Regeln den Schutzraum schnell auch zu einem Kerker und Verließ machen, wenn er nicht den Hobby- oder Fetischisten in seiner selbstgewählten, temporären Eremitage umschließt, sondern die Leben anderer abschneidet. Nicht zuletzt waren die Fälle Josef Fritzls und Natascha Kampuschs einer der Anlässe für den Filmemacher, sich dem Thema Kellerobsessionen in verschiedenen Ausprägungen zu nähern.[5] Ihn interessierten „das Verborgene und die menschlichen Abgründe, die sich im Abgrund eines Kellers spiegeln“[6] – in einem Abgrund, der seit jeher das Unheimliche in der Heimeligkeit des Eigenheims installiert.

Dass im Keller immer auch das Andere haust, das weiß Österreich, das weiß Hollywood, und das wissen wir alle. In Jugendjahren beschleunigte man nach einem Gang in den Getränke- oder Vorratskeller nicht umsonst stets die Schritte auf der Treppe hinauf gen elterliche Wohnung. Doch fernab subterraner Freakshows und realer wie fiktiver Horrorszenarien findet im archetypischen Wohnhauskeller zumeist doch eher – und viel harmloser – schlicht all das seinen Ort, wofür in der verordneten Welt weitgehend standardisierter Wohnraum-Grundrisse einfach kein Platz bleibt. Vom Hobbykeller über den Fitnessraum, von der Sauna bis hin zur Heimwerkstatt: Es sind die wörtlich zu nehmenden, ganz ,eigenen vier Wände‘ der Kellerräume, deren Enge einen Raum der Entgrenzung des Alltags eröffnet. Auch wenn diese Eigenheit sich oft ganz profan darin erschöpft, die hässliche ,Kraftstation‘ außer Sicht zu installieren oder im Werkraum einmal ,in Ruhe‘ das Vogelhäuschen zuzusägen. Es sind diese meist schlicht geweißelten, unverputzten Wände, die andere Arten einer – oftmals konzentrierten, nicht selten monotonen – Form der Zerstreuung ermöglichen, als es die Fernsehcouch im Erdgeschoss vermag.

Die Eigenheit der vier Wände 

Ein klassischer Begriff der Zerstreuung, wie ihm zuletzt Petra Löffler in einer großangelegten Studie nachspürte, beruft sich auf Autoren wie Walter Benjamin oder Siegfried Kracauer, deren Flaneure und Großstadtindividuen vor allem als Kinobesucher im ,Massen-Theater‘ eine Zerstreuung suchen und finden, die sich ebenso auf einer körperlich-sensuellen wie auf einer medialen Ebene abspielt.[7] Löffler sucht den Begriff der Zerstreuung mit Tiefenbohrungen bis ins 18.Jahrhundert von seinem verbreiteten Verständnis als Gegenbegriff zu Aufmerksamkeit oder Konzentration zu emanzipieren. Damit stellt sie insbesondere zur Debatte, ob es wirklich zielführend ist, massenmediale Rezeptionsformen – darunter nicht zuletzt die Fernsehcouch – ständig als Zerstreuungspraktiken und als negativ zu bewertende Erzeugung von Unaufmerksamkeit zu brandmarken.

Komplementär gilt es in diesem Beitrag zu fragen, wie sich ,im Kleinen‘ privater Kellerwelten nachgerade spezifische Handlungsweisen erkennen lassen, anhand derer sich eine andere, zurückgezogene Art der Zerstreuung thematisieren lässt. So unterhält das wohltuende Sich-Verlieren in den oft monotonen Abläufen heimwerklerischer Tätigkeiten und in den angesprochenen Regelhaftigkeiten individueller Hobbys ebenso wie das gedankenlose und -lösende Sich-Beschäftigen mit ,nutzlosen‘ Themen und Dingen immer schon eine intrinsische Verbindung mit einer dafür nötigen Konzentration: In der Konzentration auf etwas eigentlich Nebensächliches kann dieses temporär zu einer Hauptsache werden, die eine dem Nachdenken über ,Ernsthaftes‘ enthobene Zeit verstreichen lässt. Dadurch wird die Hauptsache eine Zeit lang zur Nebensache – Zerstreuung entsteht in diesem Zusammenhang nicht als Abkehr von Konzentration, sondern als deren Verlagerung auf Nebensächlichkeiten; und diese wiederum nehmen der Konzentration jene Spannung, die sie in Bezug auf etwas ,Ernsthaftes‘ stets begleitet.

Im Folgenden soll nun eine Sonderform von Zerstreuungspotenzial näher untersucht werden, die sich inmitten der ,eigenen vier Wände‘ neben den genannten und vielfältigen Environments der Selbstverwirklichung finden lässt. Anhand dieser Sonderform wird der intrinsische Zusammenhang von Zerstreuung und Regelhaftigkeit, von Entgrenzung und Begrenzung, von Privatheit und Öffentlichkeit exemplarisch lesbar. Sie ist mittlerweile zwar eher historischen Formats – daher soll von ihr nicht ohne Wehmut auch im Präteritum erzählt werden –, hat aber doch tief ausgefahrene Spuren im kollektiven Gedächtnis zumindest Westdeutschlands hinterlassen.[8] Dies ist die Kellerbar oder – als Raumensemble gedacht – der Partykeller (Abb.1-3).

Deren geradehin heterotopischer Charakter ist eigenartigerweise nicht bloß Michel Foucault entgangen. Daher soll dieser Beitrag eine Hommage an die Kellerbar sein, eine kulturwissenschaftliche Rehabilitierung, die sie als vielfältige Zerstreuungspraxis verstanden wissen will. Begreift man Heterotopien mit Foucault als „tatsächlich verwirklichte Utopien, in denen die realen Orte, all die anderen realen Orte, die man in der Kultur finden kann, zugleich repräsentiert sind, infragegestellt und ins Gegenteil verkehrt werden“[9], lassen sich diesbezüglich mit Blick auf die Kellerbar einige übergreifende Leitperspektiven formulieren. Erstens: Die Kellerbar brachte zusammen, was überhaupt nicht zusammengehört. Zweitens: Sie öffnete die zuvor zwischen Freiheit, Obsession und Unheimlichem oszillierende Intransparenz der Unterkellerung für neue Formen der Zerstreuung. Drittens: Sie therapierte das Unbewusste des Einfamilienhauses mit Partygesprächen unter Familie, Freunden und Bekannten in inszenierter ,Gemütlichkeit‘. Und viertens: Sie dekonstruierte all das, was man über Keller wusste und sagte, indem sie dafür sorgte, dass man eine Zeit lang tatsächlich und frohgemut zum Lachen in den Keller ging.

Ein Prosit der Gemütlichkeit

Für die gewisse Unheimlichkeit und Unruhe, die einen in Eigenheimsiedlungen beschleicht, braucht es oftmals nicht einmal Keller. Ganz zurecht geht der Architekturkritiker Niklas Maak regelmäßig und hart mit der hiesigen Baukultur ins Gericht, die zu eben jener idealtypischen „Hülle für Lebensentwürfe“ führt, „die es nicht mehr gibt“.[10] So konnte eine ganze Generation von Häuslebauer-Kindern die frappierende Erfahrung westdeutscher Klon-Grundrisse machen: Auch zu Besuch bei den Freunden seiner Eltern fühlte man sich gleich ganz wie zu Hause und konnte sich z.B. zu 100 Prozent sicher sein, dass sich links neben der Eingangstür das Gäste-WC befand, meist schon von Außen wahlweise erkennbar durch eine Art Klinker-Gittermuster vor Fenster und Rahmen oder direkt in Glasbaustein-Ausführung, von denen der mittlere obere Stein per Kordel etwas angekippt werden konnte. Fast ebenso unweigerlich war im Souterrain dieser meist in den 1960er und 1970er Jahren errichteten Bauten ein nachträgliches refinement und Raffinement anzutreffen: die Kellerbar samt Partykellerraum, die den Keller als – mit Friedrich Kittler gesprochen – letzten verbleibenden Möglichkeitsraum innerhalb der totalen Umwelt der Vorstadtsiedlung im Sinne einer soziotechnischen Öffnung umzunutzen versprach.[11] Oder umzunutzenvorgab – dies wird später noch zu thematisieren sein.

In jedem Fall bestand das Umnutzungsversprechen der Kellerbar in einer Installierung von Gemütlichkeit jenseits des Repräsentationsgestus des Wohnzimmers oder der sogenannten guten Stube – einer Gemütlichkeit, in der ruhig einmal ,Fünfe gerade‘ sein gelassen werden konnten. Denn im Keller konnte man über jene Stränge schlagen, die in den Wohnräumen der oberen Etagen viel zu fest gespannt waren. Dabei kann anhand der gestalterischen Ausprägungen zeitgenössischer Kellerbars der 1970er und 1980er Jahre auch der schwer zu definierende und scheinbar unübersetzbare Begriff der German Gemütlichkeit näher bestimmt werden. Seine Situierung irgendwo im Spannungsfeld von, wie es im Duden heißt, Heimeligkeit und Behaglichkeit, zwischen zwangloser Geselligkeit und Seelenruhe [sic!][12] drückt sich in vielsagender Weise als eine spezifische Ästhetik aus, die das Ergebnis heimwerkender Bastelei ist. Dieses Gemütlichkeitsversprechen konterkarierte per se jedwede Unheimlichkeit. Und es wollte zumindest einen Kellerraum in einer Art und Weise vorzeigbar machen, die ihn als Bühne für ausgelassene Feierlichkeiten im Kreise der Lieben ebenso tauglich machte wie als Schneider’scher Rückzugsraum, in dem der gepflegte Drink eben anders – und d.h. besser – schmeckte als im Parterre. Die Kellerbar war eine Installation für ein cocooning (nicht ganz so) Vieler. Darin ist ihr heterotopischer Charakter bereits angedeutet, der sich in einem weiteren offensichtlichen Widerspruch nur noch deutlicher manifestiert: Sie ist ein Wirtshaus am falschen Orte, das einerseits den Gang in die Öffentlichkeit der Kneipe oder Bar obsolet macht, andererseits aber einen – speziellen und mit Bedacht abgelegenen – Teil des Wohnhauses für Menschen jenseits des Familienkontextes öffnet. Hier hatte man es nur mehr mit handverlesenen Mitfeierenden zu tun. Kneipenschlägerei ade!

Die Kellerbar schien sich damit von der Regelhaftigkeit und den Konventionen des Kneipenbesuchs zu emanzipieren, allerdings nur um dieselben oder ganz ähnliche Regeln und Verhaltensmuster am anderen Orte zu reinstallieren. Zum Beispiel schob sie dem – in den allermeisten Fällen – Herrn des Hauses zugleich eine neue Rolle zu: Indem sie ihn durch den Kellerbartresen von den Gästen trennte, machte sie ihn nicht nur zum Gastgeber, sondern auch zum Gastwirt – mit all den damit einhergehenden Konventionen über dessen Rechte und Pflichten, denen sodann und höchst gern durch meist nur halb scherzhaft gemeinte, blechernen Regel-Täfelchen an der Wand Ausdruck verliehen wurde: „Bar Rules: 1. Bartender is always right 2. If Bartender is wrong, see Rule 1.“

Als Ort der Zerstreuung distanzierten sich die Kellerbar und die in ihr agierenden Menschen folglich sowohl von der klassischen Eckkneipe als auch vom Gästeempfang in den oberen Wohnräumen: „Ohne Konzessionen, ohne Gewerbeaufsichtsamt: Jeder sein eigener Gastwirt – unten in der Kellerbar.“[13] Im Unterboden des alltäglichen Lebens sollte mit ihr eine Umgebung geschaffen werden, in der mit Konsequenz und leicht neben den üblichen einschränkenden Konsequenzen und Pflichtgefühlen des Lebens ,dort oben‘ gefeiert werden konnte. Hier waren die Materialien widerstandsfähiger und die Böden abwischbarer. Was hier zu Bruch ging, war allermeistens ohnehin lediglich einer dieser verblüffend hässlichen irdenen Bierhumpen. Und eine extra eingebaute, zusätzliche Toilette für die zu erwartenden gröberen Verrichtungen gehörte ebenfalls zum guten Ton – wiederum gern mit an die Wand drapierter Benutzungsanleitung oder mit Aufklebern nebst passenden Slogans, z.B. aus weltgewandten Werbekampagnen von Bockwurstherstellern: „Lass’ knacken, Amigo!“

Im Partykeller wurde zudem jener kulturtechnische Humus aufgehäuft, auf dessen fruchtbarer Basis die Kinder des Hauses das Bierzapfen lernten (selbstredend inklusive des Anschließens des nächsten Bierfasses und der Einstellung des Kohlensäuredrucks) und das Servieren auf unverwüstlichen Plastiktabletts internalisierten (samt der wichtigen, aber leicht zu lernenden Unterscheidung von ‚Rotem‘ und ‚Klarem‘). In der Regel als selfmade environment errichtet, hätte die Kellerbar eigentlich in einem Atemzug mit der Foucault’schen Sauna genannt werden müssen, zumal sie oft direkt nebenan in den Keller eingebaut wurde. Vor allem, weil sich gerade im direkten Vergleich mit deren heterotopischem Charakter die Kellerbar viel treffender als ,anderer Raum‘ auszeichnet.

Denn Gemütlichkeit stellt sich erst ein als ein Ergebnis detaillierter Vorplanung und Nutzung ungehobener kreativer Potenziale. Hier liegt die wahre Krux der im gemeinschaftlichen cocooning zu findenden Zerstreuung: Bis es soweit ist, bedarf es penibelster Heimarbeit, konzentrierter Planung und einer minutiösen Durchführung, die selbst jedoch wiederum von den üblichen Aufgaben und Pflichten des Alltags ablenkt bzw. zerstreut. Das Zerstreuungspotenzial der Kellerbar ist mithin ein doppeltes: Es liegt einerseits in der sozialenZerstreuung innerhalb des fertigen Environments, und andererseits in der bei der handwerklichen Arbeit zu findenden Zerstreuung zur Errichtung dieses Ambientes. Ist der ersten Funktion eher ein destrukturierender Charakter zuzuschreiben – „Kein Alkohol ist auch keine Lösung!“ –, so ist die zweite Zerstreuungsfunktion durchweg konstruktiver Natur. Allerdings ist dabei der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass das Zerstreuungsziel eher im Bauen und Perfektionieren der Bar zu finden ist als in deren Nutzung, verharren die – gerne auch als ,Schwof‘ bezeichneten – ausschweifenden Feierlichkeiten doch oftmals im rein Imaginären. Wie dem auch sei: Das Scharnier zwischen diesen beiden Funktionen ist eine atmosphärische Gemütlichkeit im emphatischen Sinne. Sie gilt es konstruktiv herzustellen, um ihr dann ausdrücklich und mit dekonstruktivem Effet zu huldigen: Ein Prosit der Gemütlichkeit! Denn: Einer geht noch, einer geht noch rein!

Hör’ mal, wer da hämmert

Auch wenn die Kellerbar kulturwissenschaftlich im Gegensatz zur (öffentlichen) Bar bisher unterreflektiert geblieben ist, existieren neben periodischen Handreichungen aus dem publizistischen Umfeld der Handwerkerzeitschrift Selbst ist der Mann[14] doch zwei maßgebliche Publikationen, die sich ausgiebig und pragmatisch mit der eigenhändigen Konstruktion funktionsfähiger Kellerbars und Partykeller beschäftigen. Im Jahr 1967 erscheint Band 10 einer Reihe des Magazins hobby: Wohnen mit Kniff und Pfiff. Von der Kellerbar bis zum Dachstudio, bei der das kecke und geradezu emanzipatorisch wirkende Titelbild (Abb.4) auf frappierende Weise von den einleitenden Einlassungen seines Autors Willi J. Lanek divergiert. Zwar schiebt Lanek einen damals legendären Schlagersänger vor, doch es macht die Sache nicht gerade besser, wenn dieses Eingangszitat zugleich als eine Art Motto verstanden werden kann: „Engagieren Sie doch mal ihre Frau. Als Barfrau – an die Hausbar! meint Vicco Torriani augenzwinkernd.“[15]

Zurückhaltender formuliert ist die zweite wichtige Publikation aus dem Jahre 1974, die sich ganz auf das Thema Keller kapriziert und Dachstudios und andersetagige Ausbaumaßnahmen gleich außen vor lässt. Dies ist der Esso Ratgeber für Haus und Garten. Anregungen und Vorschläge zum Selbermachen für ESSO-Heizölkunden, Band 2: Rund um den Keller. Schon das Inhaltsverzeichnis verspricht Ausführliches zum Thema „Die Selbstgebaute Kellerbar“, angereichert mit Kapiteln zu komplementären Themen wie „Licht und Farbe“, „Keine kalten Füße“ und vor allem dem – wie noch zu erläutern sein wird – keinesfalls zu unterschätzenden Bereich „Neue Möglichkeiten durch Wanddurchbruch“.[16] Bevor sich das Bändchen – das seine Zugehörigkeit zur poststrukturalistischen Avantgarde schon dadurch ausstellt, dass es nicht nur den Tod des Autors feiert, indem es keinen solchen benennt, sondern auch das Wort ,Ästethik‘ konsequent falsch schreibt – diesen Gegenstandsbereichen zuwendet, setzt es ein mit dem grundlegenden Kapitel „Keller mit Zukunft“. Hier bringt diese weitsichtige, schon avant la lettre von Kittlers medientechnischem Apriori beseelte Schrift den Keller-affinen Zeitgeist auf den Punkt:

Der Keller macht Karriere. Während alle anderen Räume des Hauses gewöhnlich bis auf den letzten Quadratmeter verplant werden und genutzt sind, stecken im Keller noch ungeahnte Möglichkeiten. […] Geänderte Lebensgewohnheiten, oft durch technische Neuerungen ausgelöst, weisen dem Keller heute neue Aufgaben zu: er öffnet sich einer aktiveren, fröhlichen Nutzung durch die ganze Familie. Vergessen Sie, was der Keller gestern war, lassen Sie sich von uns Anregungen geben, was er für Sie und ihre Familie morgen sein kann.[17]

Auf den Folgeseiten werden zunächst verschiedene Nutzungsmöglichkeiten erwogen, die sich natürlich immer im Rahmen eines sehr konservativen Familienmodells bewegen: vom Waschplatz für die Dame über das Büro oder die Werkstatt für den Herrn bis hin zum Fitnessraum (für Vater und Sohn) und die Sauna für die ganze Familie, bis endlich das Schwerpunktthema erreicht ist: „Der Party-Keller mit Hausbar“. Hier werden die Zerstreuungspotenziale der Kellerbar in all ihren Facetten aufgefächert (Abb.5):

Die Gestaltung der Bar reicht vom biederen Getränkemöbel bis zur perfekten Hafenbar mit Netzen, Anker, Steuerrad und Bullaugen. Eine Kellerbar mit ,Thema‘ wie Heuboden, Pferdestall, Maler-Bar, Almhütte, Südseebar oder Western-Saloon bewirkt radikalen Umweltwechsel. Ihre Gäste streifen dort leichter den Alltag ab, kommen schneller in Stimmung. […] Der Fußboden wird aus Kunststoff oder Holzdielen bestehen. Wände und Decken können primitiv gestrichen, mit Nesseltuch bespannt, mit buntgefärbten Eierkartons bepflastert, aber auch mit Kieferschwarten oder teurem Mahagoni verkleidet sein.[18]

Eierkartons, damals voll im Trend und auch von Wohnen mit Kniff und Pfiff empfohlen, „sehen sehr lustig aus, so lange sie nicht in Flammen aufgehen. Wegen Feuergefahr sollten Sie die Wabenkartons lieber nicht im Zigaretten- oder Kerzenbereich verwenden.“[19] Hier empfiehlt sich Langlebigeres: „Die Ausstattung einer Kellerbar mit Schwartenbrettern kostet nicht viel mehr als die Arbeit. Das Thekenbrett muss allerdings sehr sorgfältig gehobelt sein und zur leichteren Reinigung am besten auch lackiert werden.“[20] Für avanciertere Zeitgenossen gibt es ausgefeiltere Varianten: „Wer Mühen und Kosten nicht scheut, kann der (hier geflammten) Holzausstattung seiner Kellerbar eine gediegenere Form geben, als dies mit Schwartenbrettern möglich ist.“[21] Doch auch für die werktechnisch weniger Begabten existieren ansehnliche Lösungen: „Verblüffend echt wirkt die Verkleidung dieser Kellerbar mit Triplastik-Dekorfolie. Das Verkleben der mit einer Holzstruktur versehenen Folie ist zudem wesentlich einfacher als die Montage von Holzdielen.“[22] Denn wie die Lösung schlussendlich genau ausfällt, „hängt nicht zuletzt davon ab, wer in der Familie ,das Sagen‘ hat oder ob sich alle Beteiligten um eine faire, demokratische Lösung bemühen, die den widerstrebenden Interessen gerecht wird – aber auch von den handwerklichen Künsten der am Ausbau Beteiligten, von Vater und Sohn.“[23]

Neben solch ganz pragmatisch gedachten Empfehlungen flicht die Publikation aber auch wissenschaftliche Erkenntnisse aus Psychologie und Ergonomie ein. Besonders deutlich wird dies in den Ratschlägen zur Farbgebung:

Dunkle Farben stören nicht, aber können bedrücken. Helle Farben sind freundlich und heitern auf. Grau und Pastellfarben wirken sachlich neutral. Reines Weiß bleibt kalt. […] Diese Befunde wurden in Testlabors ermittelt. Niemand kann sich dem Einfluss von Farben ganz entziehen. Wenn sie also bewegte Kellerfeste planen, wählen Sie: Rot, Orange, Gelb.[24]

Wenn in den 1970ern die wilderen Partys gefeiert worden sein sollten, dann mag dies also durchaus mit den allgegenwärtigen psychedelischen Wandfarbmixturen und gefärbten Eierkartons zu tun gehabt haben, die im Falle der Kellerbar zudem nicht nur die originäre Kahlheit oder Düsternis unbearbeiteter Kellerwände in ihr Gegenteil verkehrten, sondern sich auch von der Ausstaffierung üblicher Wirtshäuser diametral abhoben. Doch sei es essentiell, die Farbgebung im Zusammenhang mit einem passenden Beleuchtungskonzept anzugehen:

Am leichtesten brechen Sie die Wohnzimmer- und Alltags-Atmosphäre mit der richtigen Beleuchtungstaktik. Ein Rezept: Viele kleine abgeblendete Lämpchen (Spotlights) mit warmem, gelblich-rötlichem Licht; insgesamt geringe Helligkeit, fast Dämmerlicht. […] In Kellerbars wird es meist erst gegen Abend lebendig. Tageslicht ist deshalb unwichtig oder gar unerwünscht. Fensterrahmen und Fensterscheiben können bunt und dekorativ oder unauffällig übermalt werden. Ein dunkler Kellerraum, der zum Wohnen zu düster wäre, ist gerade deshalb für die Kellerbar durchaus geeignet.[25]

Die richtige Kombination von Farbe und Licht ist, so wird argumentiert, von entscheidender Bedeutung für die bestmögliche Nutzung des sozialen Zerstreuungspotenzials der Kellerbar, der Bruch mit der „Alltags-Atmosphäre“ ist oberstes Ziel. Und sollte der betreffende Kellerraum, z.B. in Folge einer Hanglage des Hauses, doch über Fenster verfügen, gilt es diese zu Wänden umzugestalten, um die bereits angesprochene Eigenheit der vier Wände zu garantieren. Erst dann können die gewünschten Effekte der Zerstreuung folgen:

In dieser Schummer-Atmosphäre steigt der Alkoholverbrauch schnell an – die Stimmung auch. Einen besonderen Effekt erreichen Sie durch einen zentralen Spannungsregler (Dimmer), über den Sie alle Lampen anschließen können. Mit ihm steuern Sie die Helligkeit stufenlos. Im Übrigen darf im Partykeller ruhig ewiger Fasching herrschen: Die Gestaltung kann kaum zu wild sein.[26]

Es ist beinahe unnötig darauf hinzuweisen, was trotz Schummerlicht sonnenklar ist: Hier formuliert sich eine exemplarische Abweichungsheterotopie.[27]

 „Neue Möglichkeiten durch Wanddurchbruch“[28]

Der zentralen Frage des Foucault’schen Heterotopie-Begriffs wird ein Hauptaugenmerk zuteil – der Frage nach dem Raum, den es hier angesichts begrenzter Ressourcen schlau im Sinne des maximalen Zerstreuungspotenzials durchzuplanen gelte:

Tanzen in einer kleinen Trinkstube bringt jedoch Platzprobleme mit sich. Entweder man sitzt gut, oder man räumt die Fläche. Können Sie einen getrennten Raum als Tanzkeller freimachen und besteht zwischen Bar und Tanzfläche eine direkte Verbindung, so ist das die Ideallösung. Natürlich lässt sich auch ein Raum vorübergehend zum Tanzkeller umrüsten.[29]

In diesem Kontext werden denn auch die bezüglich der Raumfrage unhintergehbaren „[n]euen Möglichkeiten durch Wanddurchbruch“ ins Spiel gebracht, für den es „sowohl ästethische [sic!] als auch praktische Gründe geben“ könne: Ein Wanddurchbruch mit Rundbogen wirke beispielsweise sehr dekorativ, da er den Eindruck eines Kellergewölbes vermittle.[30]

Der rechteckige Durchbruch dient einem klaren Zweck: der Raumverbindung. Der praktische Nutzen steht außer Zweifel. Schöner allerdings ist ein Rundbogen. Ganz besonders, wenn er mit freiliegenden Ziegelsteinen gemauert wurde. Es kommt dabei entscheidend auf die saubere Ausführung an, und die gelingt im allgemeinen nur dem Fachmann.[31]

Der Esso-Ratgeber appelliert an einen nötigen Sachverstand, der jedoch nicht nur bei der Ausführung des Durchbruchs, sondern vor allem bei dessen Vorplanung von höchster Relevanz sei. Ein Sachverstand, der das prozessuale Zerstreuungspotenzial im Einrichtungsprozess mit einer Zwischenphase unterbricht: „Denn wenn Sie an einen Durchbruch denken, lautet die erste Frage: Handelt es sich um eine tragende oder eine nichttragende Trenn-Mauer?“[32] Dieser Satz trägt Bedeutung, schließlich hängen Leben daran. In einer rhetorischen Volte wird dies noch einmal unterstrichen:

Mit anderen Worten: trägt sie Lasten, oder nicht? Die Wandstärke ist kein verläßlicher Maßstab. Der Bauplan auch nicht immer. Beim Bau wird manchmal improvisiert. Sie sollten deshalb in jedem Fall bei jedem geplanten Durchbruch den Fachmann zu Rate ziehen[33] (Abb.6).

Vater und Sohn, wie handwerklich begabt sie auch sein mögen, bleiben kurz außen vor, denn: „Wenn Sie mit Arbeiten dieser Art nicht schon gut vertraut sind, sollten Sie […] lieber nur den Fachmann durch die Wand lassen. […] Man kann hier nicht deutlich genug warnen: Unsachgemäße Aktionen an tragenden Wänden sind lebensgefährlich!“[34] Die beim Thema Wanddurchbruch angezeigte Professionalität stört die mögliche Zerstreuung. Letztere muss demgemäß zur Not kurzfristig im gegebenenfalls benachbarten Fitness- oder Sauna-Keller gesucht werden. 

Derweil identifiziert Wohnen mit Kniff und Pfiff die Primärproblematik an anderer Stelle. Hier kann sie aber ohne fachmännische Unterstützung gelöst werden:

Problem Nummer eins in der Kellerbar ist der Fußboden. Die einfachste Lösung ist der Holzdielen-Fußboden. […] Man verlegt zuerst (besonders bei feuchtem Boden) eine Schicht Bitumenpappe, auf welche die Befestigungsdielen für die Bodendielen genagelt oder gedübelt werden. Nötigenfalls kann auch eine Isolationsschicht (4-Sagex, Kork, Glaswolle etc.) dazwischenliegen.[35]

Ist die Frage nach dem Raum einmal fachmännisch gelöst, darf aber wieder selbst Hand angelegt werden, und der Esso-Ratgeber dient dafür – flankiert von dreidimensionalen, technischen Explosionszeichnungen – als konkrete Handreichung:

Die Theke ist das Zentrum der Kellerbar. Natürlich sind ihrer romantischen Ausstattung keine Grenzen gesetzt. Wir zeigen Ihnen als Grundmodell eine ganz einfache Theke, für die Sie kaum mehr als hundert Mark ausgeben werden und die obendrein sehr platzsparend ist. Sie verläuft diagonal über eine Raumecke und füllt so einen toten Winkel aus. Ob Sie in der Kellerecke (hinter dem Barkeeper) noch einen Wasserhahn mit Spülbecken vorsehen, liegt ganz in Ihrem Ermessen. Unter der Theke ist jedenfalls Platz für einen Eimer – sogar für einen kleinen Kühlschrank.[36] (Abb.7)

Aus Platzgründen kann an dieser Stelle leider nicht näher auf die in der Broschüre ebenfalls aufgeführten, interessanten Details und Hinweise zur Bohrung dicker und dünner Kellerbar-Bretter eingegangen werden, die das kreative Potenzial des heimwerkenden Zerstreuungsprozesses noch befeuern möchten. Nach erfolgreicher Umsetzung ergibt sich jedenfalls ein Gesamtbild wie in Abb.7. Der dabei angewandte subtile Raumtrick einer ,Diagonalität plus Durchbruch‘ ermöglicht, wie in der Abbildung ersichtlich, nachgerade eine kellertechnische Quadratur des Kreises: Denn so findet gegebenenfalls sogar die Tischtennisplatte des Sohnes – der in der Esso-Broschüre übrigens auf den Namen Günther hört – genügend Platz, was den Familienfrieden nachhaltig sichern dürfte. Überhaupt wird mit dem Thema ,Mehrfachnutzung‘ antizipiert, dass die fertige Kellerbar möglicherweise überwiegend leer stehen wird. Eine Mehrzwecknutzung, die z.B. so aussehen kann: Wo eben noch die ,beinfreie‘ Variante der Kellerbar war, kann den Gästen nach einer kleinen Umbaupause die Diashow des letzten Surf-Urlaubs gezeigt werden. Drinks können dabei trotzdem weiterhin bequem von hinten gereicht werden (Abb.8).

So jung kommen wir nicht mehr zusammen

Am Ende dieser kleinen Zeitreise anhand der Büchlein Rund um den Keller und Wohnen mit Kniff und Pfiff bleibt zumindest zweierlei zu konstatieren: Erstens weist der schon in den 1970ern erkennbare Trend zur Do-it-yourself-Methode natürlich noch nicht die gleiche Ausdifferenzierung auf wie heute. Zerstreuung im Heimwerken zu finden war wahrscheinlich selten einfacher als jetzt – obwohl man mittlerweile Gefahr läuft, sich in den Weiten und Breiten der Baumarktregale längst verloren zu haben, bevor es mit der individuellen Zerstreuung zu Hause losgehen kann. „Es gibt immer was zu tun!“[37] ist zum geflügelten Wort geworden.

Die Kellerbar scheint einer vergangenen Zeit anzugehören, der auch Helge Schneiders Song Allein in der Bar schon zum Millennium nur mehr sehnsüchtig nachtrauern kann. So wie darin eine stille Kellerbar irgendwo in Mühlheim/Ruhr zum Rückzugsort eines ermüdeten Partylöwen auf der Flucht vor der Ehefrau mutiert, so erscheint die Kellerbar als Heterotopie heute allgemein – und auch hier streng nach Foucault – in neuem Gewand: als weitere Abstellkammer für Blumenkübel und ungenutztes Gartenmobiliar. Jener Raum, der einst den Keller sozialisieren, öffnen und emanzipieren sollte von seinem Status des ,Behaltens‘ all dessen, was an der Oberfläche keinen Platz fand, ist heute meist wieder genau zu einem solchen ordinären Raum degeneriert, dessen vier Wände keinerlei Eigenheiten mehr in Funktion setzen. Jener Raum, der einst Zerstreuung generieren sollte, hat sich retransformiert in einen Raum, der nur mehr verstreute Dinge enthält.[38] Und damit lag das größere Zerstreuungspotenzial einer solchen Kellerbar wohl doch im ,Projekt‘, also im Prozess der heimwerkenden Zerstreuung zum Partykeller.

Trotz dieser allgemeinen Verwaisung jenseits multifunktionaler Nutzungsperspektiven bleibt festzuhalten: Der westdeutsche Partykeller verwies in seiner Hochphase immer schon auf mannigfache andere Räume: auf Hula-Hula, Macarena, den Saloon der Main Street oder die Reeperbahn. Solch ,radikale Umweltwechsel‘, initiiert durch ausgefeilte Dekoration und Bauausführung, sollten enthemmend wirken, sollten als bewusster Bruch mit der „Alltags-Atmosphäre“ größtmögliches Zerstreuungspotenzial generieren. Die Kellerbar rief dabei – last but not least – auch die gute, alte, German Gemütlichkeit auf (Abb.9), mit der diese Reise auch bildlich an ihr Ende kommt: „Vom handgewebten Teppich bis zur Keramik ist in dieser rustikalen Bauernstube alles Natur. Hier wurde ein Traum der Familie verwirklicht, der in den oberen Wohnräumen des Hauses keinen Platz fand.“[39] Ein Keller-Raum wurde Keller-Traum. Denn, wie Foucault gesagt hätte: In den Zivilisationen ohne Kellerbar versiegen die Träume, die Spionage ersetzt das Abenteuer und die Polizei die Freibeuter.

 

Bibliographie

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Löffler, Petra (2015): Verteilte Aufmerksamkeit. Eine Mediengeschichte der Zerstreuung. Berlin: Diaphanes.

Maak, Niklas (2014): Wohnkomplex. München: Hanser.

Müller, Jens (2014): „Wurstsalat und Gutenachtkuss“. In: taz Online, 13.8.2014. http://www.taz.de/!5035647/ (zuletzt gesehen: 13.7.2015.)

Nüchtern, Klaus (2012): „Unterirdisch“. In: Der Falter 38. http://www.falter.at/falter/2012/09/18/unterirdisch/ (zuletzt gesehen: 13.7.2015).

Stock, Ulrich / Hugendick, David (2015): „Alles muss runter“. In: Zeit Magazin 31, 30.7.2015, 26-31.

Diskographie

Schneider, Helge (1998): „Allein in der Bar“. Auf: ders.: Helge Live: The Berlin Tapes. ROOF Music/President Records.

Filmographie

Seidl, Ulrich: Im Keller. Österreich 2014.

 

Fussnoten

1 Schneider (1998).

2 Vgl. Seidl (2014).

3 Höbel (2014).

4 Vgl. LadenZeile.de (2015).

5 Vgl. z.B. Die Welt Online (2013); Nüchtern (2012); Müller (2014).

6 Seidl, zitiert nach Grissemann (2014).

7 Vgl. Löffler (2015).

8 Auch wenn ich ohne belastbare empirische Grundlegungen auf Westdeutschland referiere, so bestärken mich doch Gespräche zum Thema Kellerbar, Rückmeldungen, die ich dazu nach Vorträgen bekommen habe, sowie meine eigene Kellerbar-Sozialisation in der Ansicht, es mit einem eher in der ehemaligen BRD populären Trend zu tun zu haben, mit Hochburgen u.a. in Nordrhein-Westfalen.

9 Foucault (1992), 39.

10  Maak (2014), 17.

11  Vgl. Kittler (1995), 228-244.

12  Vgl. Duden Online (2015).

13  Lanek (1967), 123.

14  Vgl. v.a. Anonymus (1990).

15  Lanek (1967), 49.

16  Esso AG Hamburg (1974).

17  Esso AG Hamburg (1974), 3.

18  Esso AG Hamburg (1974), 35.

19  Esso AG Hamburg (1974), 58.

20  Esso AG Hamburg (1974), 21.

21  Esso AG Hamburg (1974), 23.

22  Lanek (1967), 182.

23  Esso AG Hamburg (1974), 7.

24  Esso AG Hamburg (1974), 78f.

25  Esso AG Hamburg (1974), 36.

26  Esso AG Hamburg (1974), 36.

27  Vgl. Foucault (1992), 40f.

28  Esso AG Hamburg (1974), 3.

29  Esso AG Hamburg (1974), 37f.

30  Vgl. Esso AG Hamburg (1974), 55.

31  Esso AG Hamburg (1974), 57.

32  Esso AG Hamburg (1974), 55.

33  Esso AG Hamburg (1974), 55.

34  Esso AG Hamburg (1974), 55f.

35  Lanek (1967), 125.

36  Esso AG Hamburg (1974), 61.

37  Vgl. Hornbach (2007).

38  Vgl. hierzu auch Stock/Hugendick (2015), die das Freizeit- und Zerstreuungspotenzial des Kellers fast völlig vernachlässigen und sich fast gänzlich seiner Abstellraum-Dimension widmen.

39  Esso AG Hamburg (1974), 67.

05vehlkenabb1
Abb. 1: Aus: Anonymus (1990), 7.
05vehlkenabb2
Abb. 2: Aus: Anonymus (1990), 17.
05vehlkenabb3
Abb. 3: Aus: Anonymus (1990), 29.
05vehlkenabb4
Abb. 4: Aus: Lanek (1967), [Titelseite].
05vehlkenabb5
Abb. 5: Aus: Esso AG Hamburg (1974), 18 f.
05vehlkenabb6
Abb. 6: Aus: Esso AG Hamburg (1974), 56.
05vehlkenabb7
Abb. 7: Aus: Esso AG Hamburg (1974), 7.
05vehlkenabb8
Abb. 8: Aus: Esso AG Hamburg (1974), 66 f.
05vehlkenabb9
Abb. 9: Aus: Esso AG Hamburg (1974), 68 f.